Zweimal Hindenburg ist nicht genug

Kreisverband Die Linke Leverkusen

Es soll bei dreimal bleiben – Städte benennen Hindenburg Plätze um – für Leverkusen jedoch braucht es weiterhin einen Park und eine Straße und einen Bunker.

Unser Antrag „Umbenennung Hindenburg-Park in Jin-Jiyan-Azadi-Park“ umzubenennen (https://ris.leverkusen.de/getfile.asp?id=189115&type=do) wurde in der Bezirksvertretung I am 27.4.2026 „mehrheitlich abgelehnt“. 

Wir konnten nicht überzeugen – CDU, SPD und beide Einzelvertreter stimmten für den Erhalt des Namens Hindenburgpark. Der Park ist nach dem Herren benannt, der mit dem Abbau demokratischer Strukturen maßgeblich zur Zerstörung der Weimarer Republik und zur Etablierung des Nationalsozialismus in Deutschland beigetragen hat. Ein Steigbügelhalter eben. Trauriges Highlight seiner Karriere: die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler.

Nun kann man vielleicht den Standpunkt vertreten, dass das Streichen eines Namens die Vergangenheit nicht besser macht und dass die Benennung eines Parks nicht als Ehre, sondern auch als Mahnung begriffen werden kann. Könnte man, wenn da nicht noch eine Hindenburgstraße und ein Hindenburg-Bunker wären. Dieses Argument aufgreifend wiesen wir in der Sitzung auf die dreifache Ehrung / Mahnung hin. SPD und CDU Vertreter hielten uns einhellig entgegen, dass der Herr ja „Kein Nazi, kein Verbrecher“ gewesen sei - was zum einen stimmt und zum anderen niemand behauptet hatte. Damit begründete man die Beibehaltung des Namens, ohne weiter auf die Dreifaltigkeit dieses Namens in unserer Stadt eingehen zu wollen. Auch der Hinweis, dass die Benennung eines Bunkers eigentlich viel besser zum beruflichen Werdegang des Herrn passt als ein Park und man diese ja darum beibehalten könne, wurde nicht berücksichtigt. Auf das eigentliche Ziel, ein Zeichen für Menschenrechte „Frau – Leben – Freiheit“, „Jin-Jiyan-Azadi“ zu setzen, welches wir mündlich und schriftlich erläuterten wurde kaum eingegangen. Vielmehr wurde der Ausruf als kurzfristige Erscheinung abgetan – in Verkennung der Tatsache, dass der Ruf aus den 1990er Jahren stammt.

Allerdings gab es ein stichhaltiges Argument und das kam von der Stadtverwaltung: Der Park gehört nicht der Stadt und für eine Umbenennen sei man daher nicht zuständig. Weniger stichhaltig ist die gewagte Vermutung der Verwaltung: „In Bezug auf den Namensgeber „Hindenburg“ ist denkbar, dass der Park ggf. diesen Namen wegen der unmittelbar östlich angrenzenden Hindenburgstraße erhalten hat.“. Wir vermuten weiterhin, dass diese Orte und Straßen nach Herrn Hindenburg benannt wurden. Aber es käme auf einen Versuch an: Was würde mit dem Namen des Parks nach der Umbenennung der Hindenburgstraße in Jin-Jiyan-Azad-Straße passieren? Würde der Eigentümer dann der Logik der Verwaltung folgen?