Richtigstellung zur Berichterstattung des Kölner Stadt-Anzeigers über unsere Anfrage zum Wohnprojekt “Sternhäuser” - Irreführende Darstellung des Anteils geförderter Wohnungen

Fraktion Die Linke Leverkusen

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet am 14.04.2026 über die Anfrage unseres Bezirksvertreters Gregor Nick an die Stadt und die WGL zum geplanten Wohnprojekt “Sternhäuser” [1]. Die im Artikel verwendeten Zahlen und deren Einordnung sind jedoch in wesentlichen Punkten nicht korrekt und führen zu einer Darstellung, die den tatsächlichen Zuwachs an bezahlbarem Wohnraum deutlich überschätzt. Darüber hinaus wurden unsere Fragen nicht durchgehend korrekt wieder gegeben. Die Zitierung weicht teilweise vom Originalwortlaut ab und verändert damit das inhaltliche Anliegen der Anfrage. [2]

In dem Artikel heißt es fälschlicherweise: “140 Wohnungen würden abgebrochen, 320 neu gebaut. Von diesen 320 sollen drei Viertel für Haushalte mit dem Wohnberechtigungsschein A geeignet sein. Das wären 240 Wohnungen. Aus Sicht des Linken „entsteht faktisch kein relevanter Zuwachs an bezahlbarem Wohnraum, sondern lediglich ein Austausch des Bestandes (….) Was die 160 freifinanzierten Wohnungen kosten werden, werde später kalkuliert. Aber: „Sie werden im oberen Spektrum des aktuellen Mietpreises in Leverkusen liegen.“ (Stand 14.04.; 14:13 Uhr)

Irreführende Darstellung des Anteils geförderter Wohnungen

Die im Artikel vermittelte Einordnung des Wohnprojekts erweckt den Eindruck, ein überwiegender Teil der geplanten Wohnungen sei gefördert bzw. preisgebunden. Diese Darstellung ist jedoch nicht haltbar.

Tatsächlich sollen insgesamt 320 Wohnungen entstehen. Davon sind 160 freifinanziert. Daraus folgt zwingend: Maximal 160 Wohnungen können dem geförderten bzw. gebundenen Segment zugeordnet werden.

Der Anteil geförderter Wohnungen liegt damit bei exakt 50 % und nicht, wie im Kölner Stadt Anzeiger dargestellt, bei „rund drei Vierteln“ oder einem vergleichbar hohen Wert.

Diese Abweichung macht einen erheblichen Unterschied: Ein Anteil von 75 % würde 240 geförderten Wohnungen entsprechen. Tatsächlich sind es jedoch 160. Die Differenz beträgt 80 Wohnungen.

Darüber hinaus ist die im Artikel dargestellte Größenordnung des geförderten Wohnraums nicht nur rechnerisch unzutreffend, sondern greift auch in der Bewertung zu kurz, da der geplante Abriss der 140 bestehenden Wohnungen, die dem unteren bzw. vergleichsweise günstigen Mietsegment zuzuordnen sind, unberücksichtigt bleibt. Dem Abriss gegenüber stehen im Neubau maximal 160 geförderte bzw. gebundene Wohnungen. Der rechnerische Zuwachs an bezahlbarem Wohnraum beträgt damit lediglich 20 Wohnungen.

Diese Größenordnung relativiert die im Artikel vermittelte Wirkung erheblich:
Während die Gesamtzahl der Wohnungen deutlich steigt, bleibt der tatsächliche Zugewinn im preisgebundenen Segment marginal.

Das sind klare rechnerische Tatsachen, die keinen Interpretationsspielraum geben. Die im Artikel vorgenommene Darstellung führt zu einer erheblichen Verzerrung der tatsächlichen Größenverhältnisse und beeinflusst die öffentliche Wahrnehmung des Projekts in unzutreffender Weise. Wir haben den Kölner Stadt-Anzeiger gebeten, die Zahlen zu korrigieren und eine Gegendarstellung zu veröffentlichen.

Update, 15.04. 13:13 Uhr: Der Kölner Stadt-Anzeiger hat zumindest in seinem Online-Artikel die Zahlen korrigiert. Leider wurde die Korrektur nicht kenntlich gemacht.


[1] https://www.ksta.de/region/leverkusen/stadt-leverkusen/leverkusen-riesiges-wohnprojekt-in-rheindorf-nord-wirft-fragen-auf-1261546

[2] https://ris.leverkusen.de/getfile.asp?id=188920&type=do