JA zum Sport, NEIN zu Olympia. Eine Stellungnahme

Fraktion Die Linke Leverkusen

Liebe Leverkusener*innen,

die Pläne zur Bewerbung zu den olympischen Spielen 2036, 2040, 2044 basieren auf der 2016 zusammen mit den Rhein-Ruhr-Städten gestarteten privatwirtschaftlichen Initiative „Rhein Ruhr City“. Damit ist auch das finanzielle Interesse der Initiatoren bereits umschrieben.

Der größte Profiteur ist allerdings das IOC. Das IOC ist eines der größten privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen der Welt. Es macht Milliardengeschäfte durch Werbeeinnahmen, exklusive Sponsorenverträge, Fernsehübertragungsrechte und die Vermarktung der „Marke Olympia". Das IOC zwingt den Ausrichtern sog. Host-City-Contracts auf, die der Stadt die volle Haftung auferlegen und den IOC von sämtlichen Steuern und Zöllen befreien. Das IOC steht für Bereicherung, Korruption und Demokratiefeindlichkeit zu Gunsten einiger weniger. Die Sozialisierung der Ausgaben und die Privatisierung der Einnahmen ist das Grundprinzip (das sieht auch der wissenschaftliche Dienst des Bundestages so: „Zur Verwendung der Einnahmen aus den Olympischen Spielen“ (WD 8 - 3000 - 064/24, 27.09.2024).

Ein finanzielles Konzept zur Durchführung der Spiele liegt für NRW nicht vor. Der Mitbewerber München hat eine Studie im Auftrag gegeben und kommt auf Kosten von rund 20 Mrd. Euro. Eine Schätzung des Ministerpräsidenten Wüst für NRW kommt auf 4,8 Mrd. Euro. Der Unterschied ist augenfällig und nicht realistisch.

Alleine die Durchführung der Ratsbürgerentscheide in den 17 Kommunen kostet rund 10 Millionen Euro. Nur ein Bruchteil der Summe die aufgewendet werden muss, um die Stadt Olympia-fertig zu machen. Auf Leverkusen kommen unkalkulierbare Kosten in Millionenhöhe und Verkehrsbeeinträchtigungen durch Bauprojekte zu. Dieses Geld fehlt heute schon und wäre besser in örtliche Sportvereine Investiert. 

Die Linke möchte den Breitensport fördern. Der Landessportbund schätzt den Nachholbedarf für den Breitensport und den Schulsport auf 3,6 Mrd. Euro in NRW. Die sogenannte Sportmilliarde des Landes NRW mit der aktuell geworben wird, deckt also nicht mal den Sanierungsstau ab. Positive Auswirkungen auf diese Situation durch Olympia sind nicht zu erwarten. Die Erfahrungen mit olympischen Spielen sind weltweit, dass durch sie Mieten weiter explodieren, die Verdrängung von sozial benachteiligten Bevölkerungsteilen vorangetrieben wird und die Kommunen auf zusätzlichen Schulden sitzen bleiben. Auch die Folgen für Mensch und Natur, für Klima, Stadtentwicklung, Verkehr und andere Bereiche wären größtenteils negativ. Auch das zeigen die Bilanzen früherer Ausrichter-Städte. Die Linke setzt sich wie auch der Umweltverband BUND dafür ein, dass durch eine Strategische Umweltprüfung die Umweltauswirkungen des Mega-Events systematisch und transparent ermittelt wird.

Mit Ihrer Stimme stellen Sie der Stadt Leverkusen und dem Land NRW einen Blankoscheck aus. Ungesicherte Finanzen, ungesicherte soziale Auswirkungen und ungesicherte Umweltbelastungen verdienen Ihre Stimme nicht. Stimmen Sie daher mit NEIN